Hat alles perfekt geklappt in den letzten Wochen: Diplomarbeit abgegeben, schön mit alten FreundInnen in Berlin Silvester gefeiert und direkt in den Bénin gestartet. Seit zwei Wochen mache ich nun bei der GTZ ein Praktikum beim Projekt Cotton made in Africa (Cmia), (eingebettet in das Programm zur Konservierung und Management nachhaltiger Ressourcen in Zusammenarbeit der GTZ, KfW und dem DED mit dem Landwirtschafts- und dem Umweltministerium Bénins).
Hauptziel von CmiA ist es einen breiten Nachfragesog nach nachhaltig produzierter Baumwolle aus Afrika anzustoßen (CmiA ist also kein klassisches Fair Trade Projekt, sondern ist vielmehr bestrebt die Wertschöpfungskette für afrikanische Baumwolle zu stärken). CmiA ist eine Public-Private-Partnership (PPP), über deren Vor- und Nachteile selbst man schon viel diskutieren könnte (worauf ich gerade aber ehrlich gesagt keine Zeit und Lust habe, sorry). Die Akteure und Partner sind alle auf der CmiA Webseite verlinkt. Die Pilotphase von CmiA begann 2006, wobei neben den Projektländern Bénin noch Burkina Faso und Sambia beteiligt sind. Dementsprechend geht nun langsam die dritte Saison von CmiA-Baumwolle zu Ende (gerade findet die lokale Vermarktung der Baumwolle statt; im Bild: ein weitgehend abgeerntetes Baumwollfeld).
Zur Zeit findet die Evaluierung für 2008 und die Jahresplanung für 2009 auf allen möglichen Ebenen statt – ergo: zunächst mal viele Workshops. Aber ehrlich gesagt hab ich nichts anderes erwartet wenn man bestrebt ist die Paris Declaration on Aid Effectiveness in die Praxis umzusetzen. Ist aber spannend, das einmal selbst mitzuerleben; hatte bisher immer nur eine relativ vage Vorstellung davon.
Nach der Pilotphase startet CmiA nun in die zweite Phase, wobei neben der ursprünglichen Finanzierung noch eine Kofinanzierung von 49 Mio. US$ durch die Bill & Melinda Gastes Stiftung hinzukommt. Daher wird CmiA nun auch auf die Länder Elfenbeinküste, Malawi und Uganda ausgeweitet und in den bisherigen Projektländern wird die Anzahl der beteiligten Bauern erhöht (bisher im Bénin rund 9.000 Bauern). Tut sich gerade also einiges hier. Mein Praktikumsprojekt hab ich mittlerweile auch schon festgelegt: werde ein Konzept entwickeln, wie die Einschulung der Kinder der Baumwollbauern mit Hilfe von CmiA unterstützt werden kann. War dazu auch schon zwei Tage in den Kommunen und hab mich gestern schon direkt mit nem fitten Sozialanthropologen getroffen, der erst kürzlich zu dem Thema einen Bericht veröffentlicht hat – muss also glücklicherweise nicht bei Null anfangen.

0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen