Dienstag, 4. Dezember 2007

EU-Fischereipolitik und der daraus folgende Migrationszwang in Westafrika

An diesem Sonntag wurde im Europamagazin der ARD ein sehenswerter Beitrag über die Fischereipolitik der Europäischen Union gesendet. Darin wird auf die Auswirkungen dieser Politik eingegangen, insbesondere der entstehende Migrationsdruck für die Fischer in Westafrika: Während EU-Fangflotten vor den Küsten Westafrikas fischen, können viele lokale Fischer mit ihrem Fang nicht mehr den Lebensunterhalt für sich und für ihre Familie sichern. Einige Fischer müssen sich daher auf den gefährlichen Weg nach Europa machen, der leider viel zu häufig tödlich endet (im Mittelmeer, aber auch an den Grenzen der EU).

In dem Videobeitrag gibt es auch ein kurzes Interview mit Frithjof Schmidt, Abgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen im Europaparlament. Bereits seit einem Jahr möchte er zu den entwicklungspolitischen Folgen der EU-Fischereipolitik einen Bericht für den Entwicklungsausschuss verfassen. Doch Abgeordnete des EU-Fischerei-Ausschusses versuchen ihn mit allen Mitteln der Geschäftsordnung des Parlaments davon abzuhalten: So versuchten sie u.a. das Wort „Fisch“ für sich zu beanspruchen und forderten, dass alle Teile dieses entwicklungspolitischen Berichts von ihnen verfasst werden dürfe. Die Fischerei-Lobby scheint es also gut zu verstehen ihre geschäftlichen Interessen im Europaparlament durchzusetzen. Der Schaden für die politische Glaubwürdigkeit des Europaparlaments scheint sie leider wenig zu interessieren.